erpressbar

 

Gastbeitrag von Bernd Lucke im Focus-online vom 2.6.2018:

Die hohe Staatsverschuldung ermöglicht es Italiens neue Regierung, Euroland zu erpressen. Das sollten wir nicht zulassen. Wir müssen raus aus der Haftungsunion. Es wird teuer werden, aber das  ist besser, als dauerhaft erpressbar zu sein.

Italien ist in einer schweren Krise.

Seit Beitritt zum Euro ist die Wirtschaftskraft gesunken, die Arbeitslosigkeit gestiegen (bei den Jugendlichen sogar auf 30%), die Staatsverschuldung hat sich um 60% erhöht. Es gibt Unmengen an notleidenden Krediten bei den italienischen Banken.

Jetzt legt die neue Regierung ein aberwitziges Programm vor: bedingungsloses Grundeinkommen, niedrigere Steuern, frühere Verrentung: Kosten etwa 100-200 Mrd Euro/Jahr.

Die Eurozone ist erpressbar

Die italienische Regierung besteht nicht aus Dilettanten. Sie sind kaltblütige Erpresser. Sie drohen ganz unverhohlen mit dem Staatsbankrott Italiens, wenn die Eurozone Italien zwei- oder dreistellige Milliardenbeträge zukommen lässt.

Die Eurozone ist erpressbar, weil sie eine Haftungsunion aufgebaut hat und es kein Verfahren für eine geordnete Staatsinsolvenz gibt. Sie „will“ Italien unbedingt retten, weil sonst jeder Eurostaat sehr hohe Milliardenverluste hinnehmen müsste, Deutschland allein mindestens 168 Mrd. Euro.

Es besteht eine hohe Ansteckungsgefahr für andere Länder und  wackelige Banken – sogar in Deutschland.

Das Erpressungspotential steigt mit der Verschuldung

Wenn Euroland weitere hunderte Milliarden Euro nach Italien schickt, wird es wohl noch eine Weile weitergehen. Allerdings wird das Erpressungspotential umso größer, je höher man verschuldet ist.

„Was jetzt in Italien droht, bestätigt all das, was wir Eurokritiker seit Jahren vorgebracht haben. Deshalb müssen wir raus aus der Haftungsunion. Es wird teuer werden, aber es ist besser, als dauerhaft erpressbar zu sein“.

https://www.focus.de/politik/experten/lucke/gastbeitrag-von-bernd-lucke-italien-spielt-kuehl-laechelnd-mit-dem-feuer-und-plant-den-angriff-auf-die-finanzen-aller-euro-laender_id_9022622.html

Zusammenfassung des Artikels