Der versuchte Anschlag auf die Synagoge in Halle und die anschließende Ermordung zweier Menschen machen sprachlos und erfüllen uns mit Entsetzen und Trauer.
Es ist unfassbar, dass sich Menschen zu derartigen Bluttaten, zu derartigen Akten der Barbarei hinreißen lassen.

Politisch bedingter, in diesem Fall nach allen bisherigen Erkenntnissen rechtsextremistischer Terrorismus ist – wie wir leider feststellen müssen – mittlerweile genauso denkbar und eine Bedrohung wie religiös bedingter, islamistischer Terrorismus. Beides ist menschenverachtend. Beides muss auf das Entschiedenste und an den Wurzeln bekämpft werden.

Im Raum bleibt die Frage, wie es zu derartigem Hass, zu derartiger Entmenschlichung kommen kann. Wie auch bei islamistischen Attentätern, bei denen fast immer ein Zusammenhang zur Salafistenszene besteht, gibt es auch im politischen Extremismus immer ein Umfeld, durch dass die Radikalisierung bewirkt wird.

Sie beginnt in der Regel mit Worten, steigert sich zur Gewaltbereitschaft gegen Sachen und Menschen, bis am Ende alle Grenzen aufgehoben sind und Menschen ermordet werden.
Nicht anders war es mit der linksextremen RAF, nicht anders ist es im beim islamistischen Terrorismus und genauso beim rechtsextremistischen Terror dieser Tage.

Niemand wird als politischer oder religiöser Extremist und Attentäter geboren. Man wird dazu gemacht. Die Gewalt erwächst aus Sümpfen von Fanatismus und geistiger und moralischer Enthemmung.
Dass es bei den Ausschreitungen zum G20-Gipfel in Hamburg „nur“ Verletzte gegeben hat, grenzt fast schon an ein Wunder. Auch dieser Sumpf gärt und brodelt vor sich hin.

Diese Sümpfe müssen trocken gelegt werden. Ohne Wenn und Aber. Keine Chance den Extremisten.

Jürgen Joost
LKR-Bundesvorsitzender