Ist Nachhaltigkeit konservativ?

Beitrag von Petra Coenders, LKR Baden-Württemberg

 

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ scheint in jüngster Zeit immer dehnbarer und variabler, je nachdem welche Interessengruppen sich mit dem ursprünglichen Grundgedanken schmücken möchten. Etwaiger Etikettenschwindel mag im besten Fall mit Unwissen begründet sein.

Doch was verbirgt sich hinter dem Grundgedanken der Nachhaltigkeit? Den Begriff mit der Waldwirtschaft in Verbindung bringend wird häufig der Freiberger Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz (1645 – 1714) als Vater des Handlungsprinzips genannt. In dem natürlichen System des Waldes sollte nach von Carlowitz nur so viel abgeholzt werden, wie es dem Kreislauf der Regeneration in absehbarer Zeit nicht zuwiderläuft.

Nicht zuletzt angestoßen von dem im Jahre 1987 veröffentlichten Brundtland-Bericht der Vereinten Nationen  dient der  Nachhaltigkeitsgedanke immer mehr auch als Leitbild für ökonomische und politische Entscheidungen.

Betrachtet man die Nachhaltigkeit in ihrem Urgedanken, dem Aufrechterhalten der natürlichen Kreisläufe mit einer Abbaurate, welche die natürliche Regenerationsfähigkeit nicht übersteigen darf, so ist dieses Bewahren der begrenzten Kapazitäten von Mensch und Natur ein zutiefst konservativer Wertansatz. Nachhaltigkeit bezieht sich somit nicht auf eine Zeitpunktbetrachtung in der Gegenwart, sondern sichert die Bedürfnisbefriedigung auch künftiger Generationen.

Ökonomische Prinzipien eins zu eins mit nachhaltigem Handeln in Zusammenhang zu bringen, ist ein Widerspruch in sich. In einer globalisierten Welt, die von Schnelllebigkeit, ständiger Erreichbarkeit und der Kurzlebigkeit von Wirtschaftsgütern und Trends geprägt ist, hat nachhaltiges Wirtschaften augenscheinlich wenig Platz.

Auch die Politik schmückt sich mit der „Nachhaltigkeit“.  Den Zeitgeist gut erkannt, heftet sich selbst das Bundeskanzleramt die Nachhaltigkeitsmedaille an das Revers. Mit bunten Figürchen wird auf https://www.dieglorreichen17.de/index.html die Nachhaltigkeitspolitik der Bundesregierung in einer bunten Gemengelage kindgerecht dargeboten.

Kommen wir nun zu unserer Ausgangsfrage, lautet die klare Antwort: Ja, Nachhaltigkeit ist konservativ. Wirtschaften in einer globalisierten Welt macht nachhaltiges Handeln sehr schwierig. Hier ist ein Umdenken gefordert, welches bei jedem einzelnen von uns beginnt. Nur so sind wir und nachfolgende Generationen zukunftsfähig.

Auf unsere „Politik“ können wir uns dabei nicht verlassen. Lesen Sie bitte auszugsweise die Positionen der großen und auch kleineren Parteien zu Fragen des Umwelt- und Naturschutzes hier: https://www.animal-public.de/aktuell/eu-wahl/

Dies entlarvt Phrasen und bunte Bildchen in vielen Aspekten, als das was sie sind: inhaltsleer.

Denken und handeln Sie bewusst und bilden sich Ihre eigene Meinung.

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