Die Nerven in der Parteizentrale der CSU scheinen blank zu liegen. Laut neuesten Umfagen zur Bayerischen Landtagswahl liegt die Partei nur noch knapp über 42 %, die absolute Mehrheit liegt demnach in weiter Ferne. Und das in Bayern, wo der einstige Landesvater Strauß stets die Zielvorgabe 55 % plus x herausgegeben hatte und man in der CSU, nicht mal ganz zu unrecht, stets geglaubt hatte, man habe bei Wahlen quasi einen Anspruch auf eine absolute Mehrheit. Aber das sind tempi passati.

Konnte man den erstmaligen Verlust der absoluten Mehrheit bei den Landtagswahlen 2008, damals unter Ministerpräsident Beckstein und Parteichef Huber, noch als einmaligen Ausrutscher abtun und darauf verweisen, dass man bei den Landtagswahlen 2013 genau diese absolute Mehrheit wieder zurückerobert hatte, so liegen die Dinge heute doch etwas anders. Das unglücklich agierende Duo Beckstein / Huber wurde von vielen Wahlforschern als Grund für das desaströse Abschneiden 2008 angesehen. Die CSU verlor damals unglaubliche 17,3 % Prozentpunkte und rauschte von 60,5 % (unter Stoiber 2003) auf 43,4 %.

Heute sind aber Beckstein und Huber längst Geschichte, Horst Seehofer hatte die Partei wieder etwas in die Spur gebracht und dennoch liegen die aktuellen Umfragewerte 2018 noch unter dem schlechtesten CSU-Wahlergebnis aller Zeiten. Woran liegt es?

Wie die anderen etablierten Parteien CDU und SPD auch, ist die CSU vollumfänglich verantwortlich für eine Politik, die fast völlig an den Sorgen und Befindlichkeiten der Wählerinnen und Wähler in Deutschland vorbeigeht. Die Aufgabe des Rechtsstaats und sichtliche Überforderung sämtlicher führender Politiker in der Migrationskrise fällt auch auf die CSU zurück. Ebenso trägt auch die CSU für die vollkommen verantwortungslose Eurorettungspolitik die Verantwortung. Deutschland haftet inzwischen für aberwitzige Summen, die die gesamte Stabilität des Landes bedrohen, sollten sie auch nur in Ansätzen zum Tragen kommen. Die ideologiegetriebene Energiewende, die unsere Versorgungssicherheit und den Industriestandort Deutschland gefährdet, wurde und wird ebenfalls von der CSU mitgetragen.

Es hat der CSU nichts genützt, dass ein Ministerpräsident Seehofer der Kanzlerin einst gedroht hatte, die Regierung zu verlassen, dass er davon gesprochen hatte, dass in Deutschland das Recht nicht mehr herrsche und dass er den namhaften Staatsrechtler Udo di Fabio damit beauftragte, ein entsprechendes Gutachten zu verfassen. Alle Seehofer’schen Drohungen sind leere Worthülsen geblieben, das di-Fabio-Gutachten ist kommentarlos in einer Schublade in der Bayerischen Staatskanzlei verschwunden. Und Horst Seehofer sitzt heute brav am Kabinettstisch der Kanzlerin, eingebunden in die Kabinettsdisziplin. Der bayerische Löwe ist heute dank der CSU symbolisch zum kastrierten bayerischen Hauskätzchen mutiert. Muss sich die CSU da wundern, wenn sie irgendwann absehbar auch noch unter die 40 %-Marke fallen wird?

Es nutzt der CSU auch nichts, in Bayern große Reden zu schwingen bezüglich der bayerischen Identität und den Interessen Bayerns, die es zu schützen gelte, wenn sämtliche CSU-Abgeordneten im Bund für Merkel stimmen und die CSU-Abgeordneten im Europaparlament immer wieder gegen deutsche Interessen. Dieser Widerspruch zwischen Reden und Handeln ist bei den Bürgerinnen und Bürger angekommen. Deswegen wenden sich so viele Wähler auch von der CSU ab.

Die Menschen in Deutschland haben eine andere Politik verdient als das, was sie seit Jahren von Schwarz-Rot-Grün vorgesetzt bekommen. Auch die CSU ist Teil dieses Einheitsbreis, der im Zweifel gegen deutsche Interessen handelt und auf so vielen Feldern unter dem Banner einer Rot-Grünen-Ideologie eine Politik betreibt, die man getrost auch als öko-sozialistisch bezeichnen kann. Liberale Werte, konservative Werte bleiben dabei auf der Strecke. Sie werden von der CSU kaum noch angeboten, und von der CDU überhaupt nicht mehr. Viel zu sehr hat sich auch die CSU an diese Kanzlerin gekettet und wird dafür vollkommen zu recht vom Wähler abgestraft: Wer mit Merkel geht, wird am Ende auch mit ihr untergehen.