Jede deutsche Familie spendet 50.000€ an notleidende Euro-Länder

Die F.A.Z., wirklich nicht als sozialistisches Kampfblatt verschrien, meldet in Ihrer online Ausgabe vom 07.07.2018, dass Deutschland über die europäische Zentralbank (EZB) die unglaubliche Summe von fast 1.000.000.000.000€ auf Nimmer-Wiedersehen verliehen hat.

Diese Zahl von einer Billion Euro ist derart groß, dass sich niemand etwas darunter vorstellen kann. Umgerechnet bedeutet dieses aber, dass jeder Deutsche, ob Baby oder Greis, mal gerade eben über 12.000€ an zinslosem Darlehen vergeben hat. Eine 4-köpfige Familie also knapp 50.000€. Aber wohin?

Wir reden hier über die Target-2-Salden.

Was sind Target-2-Salden? Das war eigentlich ein technisches System zur Abwicklung von Zahlungen im EURO-Raum.

An sich sollten diese Salden ausgeglichen sein – und sie waren es auch über viele Jahre. Als die EZB aber dazu überging, mit unserem Geld immer mehr Staatsanleihen finanzschwacher Euro-Staaten aufzukaufen, kippte das System. Im Nachgang zu der von Merkel ausgelösten, großen Flüchtlingskrise sind nun in Südeuropa zunehmend nationalistische Regierungen an der Macht. Dort heißt es „wir zuerst“. Und jeder will aus dieser Target 2 Kasse so viel abzweigen wie es geht.

Wer glaubt, dass die finanziell angeschlagenen Länder ohne einen „Schuldenschnitt“ auskommen, ist mehr als naiv. Früher wurde ein „Schuldenschnitt“ auch noch als „Insolvenz“ bezeichnet. Das Prinzip ist das Gleiche: mindestens ein Teil des Geldes ist schlicht weg – alles, wenn die „Restrukturierungs­maßnahmen“ schlecht laufen. Dazu braucht es aber einen politischen Spar-Willen.

Interessant ist, dass ausgerechnet Italien etwa die Hälfte von der Billion bekommen hat. Und ausgerechnet dort reden die Regierenden davon, dass man mehr aus Europa erwartet – noch mehr Geld. Weil man dort Wahlversprechen gemacht hat, die die Verschuldung um etwa 10% pro Jahr erhöhen würde und diese Versprechen will man halten. Sparwillen sieht anders aus. Das kann noch richtig spannend für uns werden.

Darauf zu hoffen, dass Italien aus dem Euro ausscheidet und freiwillig diesen Geldstrom versiegen lassen will, ist wiederum mehr als naiv. Und die Regierung in Italien hat hier schon klargemacht: Im Falle eines Austritts würde Italien die Target 2 Salden nicht zurückzahlen. Schneller kann man keine 480 Milliarden Euro verdienen – oder aus unserer Sicht: verlieren.

Unglücklicherweise werden diese Schulden nicht einmal mit den staatlichen Goldreserven abgesichert. Und die deutsche Bundesregierung tut das gleiche wie immer: NICHTS.

Aber das Ärgerlichste ist: alle deutschen Parteien in Brüssel nickten diese Vorgehensweise ab – bis auf die LKR. Wir mahnen und fordern Sachverstand statt politischer Durchhalte­parolen. Dabei sind wir nicht gegen den Euro und schon gar nicht gegen Europa. Aber: wenn es schon Regeln gibt, dann müssen diese auch angewendet werden. Befristete Hilfen ja, Dauer-Alimentation nein. Diese Regeln sind in den Maastricht Verträgen festgeschrieben – und werden von allen missachtet. Das führt jedoch in eine Transfer-Union: die einen zahlen und die anderen leben davon.

Das wollen wir nicht.

2018-07-21T09:04:20+00:0014.07.2018|
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