Fromm oder bauernschlau? Bayerische Posse.

Die Liberal-Konservativen Reformer treten in Bayern zur Landtagswahl an. Damit bekommt die CSU in Bayern einen weiteren konservativen Konkurrenten.

In den Umfrageergebnissen sieht es nicht gut aus für die Titelverteidiger. Die absolute Mehrheit schwindet umgekehrt proportional zur Zunahme des Kuschelkurses zur Schwesterpartei.

Da muss man sich zumindest verbal mal ein bisschen abgrenzen. Merkels Islam gehört zu Deutschland. Söders Bayern soll christlich bleiben.

Damit hat Söder der Zeit auf den Zahn gefühlt. Den Bürgern, denen früher nichts exotisch genug sein konnte, sehen zunehmend die Unannehmlichkeiten, die ihnen durch überzogenes in den Mittelpunkt stellen von Minderheiten beschert. Die Welt hat sich verändert. Auch in Bayern. Der von sinkender Kriminalität fabulierenden Polizeistatistik Seehofers zum Trotz müssen größere Veranstaltungen scharf bewacht und gut gesichert werden. Frauen sollen nicht mehr allein joggen, nicht mehr ohne männliche Begleitung aus dem Haus. Der Staat zahlt Prämien, wenn die Hausbesitzer ihre Häuser einbruchsicherer machen.

In dieser Welt der Widersprüche sehnt sich der Bürger nach Normalität, nach Heimat, nach Sicherheit.

Wie ein Pflaster klebt nun Söder das Kreuz auf die Seelen der geschundenen Bürger, indem er fordert, es nun in allen Amtsstuben aufzuhängen, als ob damit der Fluch der Widersprüche entfernt würde.

Ein Coup, der eigentlich gar nicht mehr in unsere Zeit passt. Ob Söder nun besonders fromm ist, wissen wir nicht. Aber bauernschlau. Denn er hofft, dass viele Wähler lieber die alteingesessene CSU wählen statt Experimente mit noch unbekannten Herausforderern zu betreiben.

Für den Bürger wird die Sache gewiss nicht besser oder gar freiheitlicher. Denn sollte Söder tatsächlich beginnen, Kreuze aufzuhängen, wird sicher irgendein Gericht Minderheitenrechte anmahnen und die Kreuze abhängen lassen. Dann gibt es entweder einen Kreuzzwang oder ein Kreuzverbot.

Die Liberal-Konservativen Reformer kritisieren, dass dem Wähler Sand in die Augen gestreut wird. Wir brauchen weder einen Kreuzzwang noch ist es hilfreich „den“ Islam per se für zu Deutschland gehörig zu proklamieren. LKR setzt sich für den Erhalt von freiheitlichen Werten ein, wie Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit und körperlicher Freiheit. Ein Islam, der zu Deutschland gehören will, bildet seine Imame – analog zu christlichen Pfarrern – in deutschen Universitäten aus und gewährt Frauen die gleichen Rechte wie Männern.

2018-05-12T23:51:14+00:0012.05.2018|
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