EU im Glashaus – Trump außen vor

Der nachträgliche Ausstieg Trumps aus der G7-Abschlusserklärung wie auch sein verblüffender Vorschlag: „Null Zölle, null Handelsbarrieren, null Subventionen“ –all das  spaltet die Gruppe großer Wirtschaftsmächte zutiefst. Und die EU sitzt im Glashaus.

Andrea Konorza, Landesvorstand LKR NRW wundert das nicht: „Denn die Liberal-Konservativen Reformer setzen sich nicht nur in der EU für mehr Freihandel ein. Erst kürzlich bestätigte Hans-Olaf-Henkel, unser Abgeordneter im Europäischen Parlament: ‚Brüssel sollte den Spieß umdrehen, die Flucht nach vorn wagen und Trump jetzt den sofortigen Abbau aller Zölle zwischen den USA und der EU vorschlagen. Dann wäre der Streit darüber, wer diskriminiert wen, sofort erledigt!‘

Man ist sehenden Auges in die Bredouille geraten. Westeuropa hat insgesamt mehr Protektionismus als die USA. Die Europäische Union  hält sich ordnungspolitisch die Konkurrenz aus dem Ausland außerhalb der EU durch Umwelt- oder Verbraucherschutzauflagen vom Leib. Mindestpreisverordnungen für Importeure und strikte Strafzölle kommen auf Billigimporteure zu. Diese treffen vor allem Industrieprodukte aus China, Sie gelten auch in hohem Maße für Stahlerzeugnisse, Lebensmittel und Lebensmittelzusätze auch aus den USA, so die WELT am 19.03.2018.

Umgekehrt sorgen Agrarprodukte EU-weit für die größten Zolleinnahmen, Zucker ist mit den raffinierten Quoten  ein Einnahme-Renner im Zollgeschäft der einzigen Einnahmequelle der EU.
Erst kürzlich konnte ich mir persönlich ein Bild vom Niedergang der Zuckerrohrindustrie auf den Kleinen Antillen machen. Man benennt dort ziemlich klar den Verursacher: die EU-Zoll-  bzw. ihre Subventionspolitik zugunsten der Zuckerrüben in Kernland Europa. Diese hat der Zuckerrohrindustrie der Karibik den Garaus gemacht, obwohl die Länder zum Teil selbst dem EU- und sogar Euro-Raum angehören.

Die Einladung Trudeaus an Schwellen- und Entwicklungsländer kann man unter diesem Aspekt nur als Farce und als Zynismus sehen. Nicht grundlos war Gastgeber Trudeau auch jetzt der Hauptangriffspunkt des US-Präsidenten: „Basierend auf den falschen Aussagen von Justin (Trudeau) bei seiner Pressekonferenz und dem Fakt, dass Kanada den amerikanischen Bauern, Arbeitern und Firmen massive Zölle berechnet, habe ich unsere US-Unterhändler angewiesen, die Abschlusserklärung nicht zu unterstützen, und wir werden uns Zölle auf Autos anschauen, die den US-Markt fluten.“
Die erneute Drohung zu den Autozöllen dürfte auch Deutschland als großen Exporteur empfindlichst treffen.

Hintergrundkommentar von Andrea Konorza

Quellen:

Der Aktionär vom 27.03.2018
http://www.deraktionaer.de/aktie/exklusiv–hans-olaf-henkel-will-versoehnung-mit-england-und-trump—und-kritisiert–gewaltigen-fehler–von-merkel-365920.htm

Die Welt vom 19.03.2018
https://www.welt.de/wirtschaft/bilanz/article174697532/Europa-hat-in-vielen-Bereichen-mehr-Zollschranken-als-die-USA.html

2018-06-12T21:48:17+00:00 10.06.2018|
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