Worum es bei der Einschränkung des Bargelds eigentlich geht

Worum es bei der Einschränkung des Bargelds eigentlich geht

Heute lädt die Bundesbank zum Bargeldsymposium nach Frankfurt am Main. Auch wenn sich die Redner auf dem Symposium über den positiven Nutzen des Bargelds einig sein sollten, ist die Marschrichtung klar: Weltweit schränken die Regierungen in Zusammenarbeit mit den Zentralbanken den Bargeldverkehr mit dem Verweis auf kriminelle Machenschaften und Steuerflucht ein. Die Banken machen mit, weil das Kreditkartengeschäft höchst lukrativ ist. Die Abschaffung der 500-Euro Banknote durch die EZB war nur ein erster Schritt. Die Politiker streiten es ab: Doch man will uns zu gläsernen Menschen machen. Wenn Transaktionen nur noch bargeldlos getätigt werden können, sind wir leichter erfassbar und kontrollierbar. Es ist schon erstaunlich: die Bürger werden in die Nähe von Kriminellen gerückt, bloß um die Bargeldnutzung einzuschränken.

Eigentliches Ziel ist jedoch die Enteignung von Sparern. Viele Bürger lagern einen Teil ihrer Ersparnisse in Banknoten entweder zu Hause oder im Tresor ihrer Bank. Durch das niedrige Zinsumfeld der letzten Jahre wurde die Einlagerung von Bargeld beständig attraktiver. Deutsche Staatsanleihen erwirtschaften für ihren Besitzer oft sogar bloß eine nominal negative Verzinsung. „Finanzielle Repression“ sagen die Fachleute dazu. Durch dieses Phänomen erhöhen sich die Anreize, vermehrt Bargeldbestände anzulegen. Das ist der Politik ein Dorn im Auge. Eine Substitution von Bankeinlagen und Anleihen durch Bargeld erhöht die Risiken der ultralockeren Geldpolitik, da sie die Anreize für einen Kapitalflucht aus Banken erhöht. Da die Bargeldhaltung eine  sinnvolle Alternative zu negativ verzinsten Staatsanleihen ist, wird so die Wirkung der Nullzins-Politik entscheidend geschwächt. Der EZB-Präsident will über seine Nullzinspolitik die Eurozone zusammenhalten und deswegen sollen wir auf Bargeld verzichten.

LKR fordert Bargeld im Grundgesetz zu verankern.

2018-02-13T19:52:57+00:00 14.02.2018|